Bundesweit

Spracherwerb und Qualifizierung, Soforthilfe und Begegnung

Für Volkswagen und seine Beschäftigten ist die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung selbstverständlich – auch in der Flüchtlingshilfe. Dafür stellen das Unternehmen, seine Marken, Mitarbeiter und Belegschaftsvertreter Kompetenzen zur Verfügung. Das Spektrum von Projekten rund um die Konzernstandorte reicht von der Soforthilfe, z.B. durch die Bereitstellung von Experten, Fahrzeugen oder Sachmitteln, über Begegnungsangebote bis zu Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen.

Volkswagen, Audi, Porsche, MAN, Volkswagen Nutzfahrzeuge und VW Financial Services führen eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen durch. Der Handlungsfokus des Konzerns umfasst im Wesentlichen zwei Themenfelder:

Spracherwerb und Qualifizierung:

Derzeit sieht der Volkswagen Konzern den größten Handlungsbedarf in den Bereichen Spracherwerb und Vorqualifizierung – denn dies sind die Schlüssel für Ausbildungsfähigkeit und berufliche Integration. Ziel unseres Engagements ist es deshalb, Geflüchtete Schritt für Schritt auf den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Deshalb hat der Volkswagen Konzern im Jahr 2016 die folgenden Angebote für Geflüchtete geschaffen:

  • für zunächst 100 Geflüchtete Studienstipendien in Kooperation mit dem Startup „Kiron Open Higher Education“
  • für über 1400 Geflüchtete direkt oder in Kooperation mit Bildungsträgern mehrmonatige Sprachqualifizierungen sowie Integrationskurse an
  • für bis zu 340 Geflüchtete Praktika und Hospitationen u.a. im Rahmen von Berufsvorbereitungs- und Integrationsklassen
  • Maßnahmen zur Kompetenzfeststellung und Berufsorientierung für 870 Teilnehmer
  • außerdem wurden Klassen zur gezielten Förderung von Integration und Berufsfähigkeit für 45 Teilnehmer eingerichtet

Einige dieser Projekte werden im Folgenden kurz dargestellt:

Eine Kooperation zur Schaffung beruflicher Perspektive für hochqualifizierte Beschäftigung in der Automobilindustrie geht der Volkswagen Konzern künftig mit dem gemeinnützigen Startup „Kiron Open Higher Education“ ein. Der Volkswagen Konzern unterstützt damit zunächst 100 Studienstipendien für Geflüchtete in den Fachbereichen Ingenieurswesen und Informatik. Kiron bietet Geflüchteten die Möglichkeit, mittels Online-Kursen schnell und unbürokratisch ein Studium aufzunehmen. Unterstützung erhalten die Teilnehmer darüber hinaus um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern oder formale Hürden zu überwinden. Nach der Phase des Online-Studiums können die Teilnehmer in Präsenz ihr Studium an einer der 23 Partneruniversitäten in Deutschland und international fortführen. Begleitet wird das Programm durch Praktikumsangebote und Mentoren aus dem Volkswagen Konzern, um die Studierenden mit dem Arbeitsalltag und Fachthemen vertraut zu machen.

Am Standort Hannover bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge im Rahmen eines SPRINT-Projekts (für Sprache und Integration) eine Kombination aus Spracherwerb und praktischer Anwendung im betrieblichen Umfeld für junge Geflüchtete an – dies ist die erste Initiative dieser Art in Niedersachsen. Informationen dazu finden Sie hier.

Der erste Durchlauf des Porsche Integrationsjahres, als Einstiegsqualifizierung für Geflüchtete, endete im August 2016. Zwei der 13 Absolventen haben nach erfolgreichem Abschluss des Programms einen Ausbildungsplatz innerhalb des Unternehmens erhalten. Sieben weitere Teilnehmer wurden in ein befristetes Arbeitsverhältnis (ein Jahr) übernommen. Die übrigen Absolventen erhalten im Rahmen des Porsche Förderjahres eine weitere Perspektive oder holen vorerst ihren Schulabschluss nach. Im Januar 2017 beginnt ein zweiter Durchlauf des Programmes mit 15 Teilnehmern.

Auch MAN hat im September zwei junge Geflüchtete nach einer Einstiegsqualifizierung in ein festes Ausbildungsverhältnis übernommen. Das 1. Lehrjahr kann aufgrund der großen Lernfortschritte innerhalb der Vorqualifizierung übersprungen werden.
Informationen dazu finden Sie hier.

Im Werk Wolfsburg wurde im Juni 2016 erfolgreich das Pilotprojekt eines Hospitantenprogramms durchgeführt. Dieses ermöglichte es 20 Geflüchteten, Einblick in die Arbeit verschiedener Fachbereiche zu erhalten. Begleitet wurde das Programm durch Bildungsbausteine in den Bereichen Sprache im Beruf, Bewerbungscoaching und interkulturelles Training.

Die Volkswagen Belegschaftsstiftung fördert den Nachwuchs. In Kooperation mit der Stadt Wolfsburg werden drei Jahre lang Spracherwerb, Integration und Qualifizierung von Kindern mit Fluchterfahrung gefördert, um deren Start in der Schule zu unterstützen. Das Programm umfasst eine dreimonatige Phase der Kompetenz- und Fähigkeitsfeststellung auf deren Basis die Kinder dann individuell dem passenden Schultyp zugeordnet werden.

Soforthilfe und Begegnung:

In Ehra-Lessien unterstützte die Marke Volkswagen, seit Einrichtung des Camps durch unseren strategischen Partner Deutsches Rotes Kreuz im September 2015, bis zu 800 Geflüchtete und Helfer, u.a. durch Sachspenden, Fahrzeugleihgaben, professionelle und ehrenamtliche Arbeit sowie Auszubildendeneinsätze. In der Anfangsphase waren pro Einsatz bis zu 50 Auszubildende vor Ort. Um dieses Engagement zu verstetigen, wurde im März 2016 eine freiwillige betriebliche Ausbildungsstation eingerichtet. Durchschnittlich sechs Auszubildende durchliefen dabei kontinuierlich eine vierwöchige Praxisstation im Camp.

Auch außerhalb des Camps in Ehra-Lessien engagieren sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Volkswagen Konzerns ehrenamtlich in Vereinen und Hilfsorganisationen. Volkswagen unterstützt dieses Ehrenamt und bringt ergänzend seine Kernkompetenzen ein, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Fahrzeugen. Bundesweit sind zwanzig T5 und T6 Busse verliehen. Die Einsatzbereiche der Fahrzeuge sind dabei vielfältig: neben dem DRK sind diese bei gemeinnützigen Initiativen, Vereinen und Organisationen im Einsatz.

Bei MAN haben Trainees eine langfristige Partnerschaft mit 18 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten des SOS Kinderdorfs Ammersee-Lech angestoßen. Im Rahmen des Patenschaftsprogrammes organisieren die Trainees gemeinsame Begegnungsangebote. U.a. können die Geflüchteten die MAN- Arbeitswelt durch Praktika und eine Werktour kennenlernen.

Durch Kochen verbinden, Integration fördern und Berührungsängste abbauen: Das ist das Ziel des im Mai 2016 bei Volkswagen gestarteten Projektes „Kitchen Stories“. Gemeinsame Kochabende von Mitarbeitern und Geflüchtete werden dabei zur Plattform interkulturellen Austauschs.

Für die Geflüchteten, so das Feedback, sind die praktische und Lernunterstützung ebenso prägend wie gute Begegnungen. Unsere Auszubildenden und Mitarbeiter berichten von berührenden Begegnungen und Einblicken in die Situation der Geflüchteten.

Mehr Informationen bietet unsere Informationsplattform.

„Die Not der Flüchtlinge, die in diesen Monaten nach Europa und nach Deutschland kommen, ist groß. Ihre Erstaufnahme und Integration ist eine außerordentliche gesellschaftliche Herausforderung. Der Volkswagen Konzern und seine Beschäftigten wollen mit ihrem Engagement einen Beitrag zu dieser gemeinschaftlichen Aufgabe leisten.“
Matthias Müller Vorstandsvorsitzender, Volkswagen AG
Unser Patenschaftsversprechen (PDF, 312 kB)