150 „Wir zusammen“ Mitglieder kurz vor dem Jahreswechsel

19. Dezember 2016

Kurz vor Ende des Gründungsjahres hat „Wir zusammen“ den nächsten Meilenstein erreicht: 150 Unternehmen gehören nun zum Netzwerk. Die Berliner Wasserbetriebe, Crown Technologies, DSW21/DEW21, General Dynamics European Land Systems-Germany, proLogistik und Studienkreis haben sich in dieser Woche mit ihren Initiativen angeschlossen und verstärken so einmal mehr das Engagement von „Wir zusammen“ für die Integration von Flüchtlingen.

Um Flüchtlingen durch eine Ausbildung im technisch-gewerblichen Bereich berufliche Perspektiven zu bieten, haben die Berliner Wasserbetriebe ihr Programm ausgeweitet, mit dem sie jährlich sechs jungen Berlinern mit schwierigen Bildungsbiografien Einstiegsqualifizierungen anbieten. Im Januar 2016 starteten so zusätzlich sechs Geflüchtete ihr Halbjahres-Praktikum. Indem zugewanderte und einheimische Teilnehmer Tandems bildeten, wurde die Sprachentwicklung der Neuankömmlinge gefördert und die Integration unterstützt. Mit Erfolg: Zehn der zwölf Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahme begannen im September 2016 eine Ausbildung bei den Berliner Wasserbetrieben, fünf davon aus den Reihen der Flüchtlinge. Das Programm, das von der Bundesagentur für Arbeit, der Initiative Arrivo Berlin und der gemeinnützigen Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen unterstützt wird, wird 2017 fortgesetzt.

Crown Technologies unterstützt mehrere Projekte zur Integration von Geflüchteten in der Region. Dazu gehören Praktikumsplätze, die der Hersteller von Geldgewinnspielgeräten regelmäßig in der eigenen Produktion anbietet. Durch diesen Erstkontakt mit der Arbeit des Unternehmens konnten bereits zwei Praktikanten in eine Festanstellung übernommen werden, die nun intensiv von Paten aus dem Unternehmen betreut werden. Darüber hinaus finanziert Crown Technologies Sprachkurse für Flüchtlinge, um ihre Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu verbessern. Ein weiterer Teil des Engagements liegt in der Unterstützung von Hilfsprojekten, die Zuwanderern den Alltag erleichtern. So etwa indem das Unternehmen eine Familienlotsin für zugezogene Familien bereit stellt oder die interdisziplinäre Trauma-Ambulanz in West-Holstein finanziell unterstützt, an die sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene wenden können, die belastende traumatische Erlebnisse verarbeiten müssen. Und da auch Sport und Spiel zum Leben gehören, ist Crown Technologies Hauptsponsor des Integrationsprojekts „Durchboxen und Ankommen“ des Boxclubs Hanseat für geflüchtete Jugendliche in Hamburg St. Pauli.

Mit Praktika in den Sommerferien bieten DSW21 und DEW21 jungen geflüchteten Menschen Einblicke in die technische Ausbildung und zeigen eine Perspektive für die eigene Zukunft auf. Die Praktika hat das Dortmunder Infrastrukturunternehmen so angelegt, dass unterschiedliche Teilbereiche vermittelt werden können. So gibt es im Verlauf Schulungen zum Thema PC, Schulabschlüsse und Bewerbungen. Neben den technischen Fähigkeiten werden auch die Sprachkenntnisse der neuen Kollegen erweitert und zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut. Sehr engagiert sind dabei die Mitarbeiter und Auszubildenden des Unternehmens. Sie bringen den Flüchtlingen Kultur und Tradition näher und tragen dazu bei, dass sie sich wohlfühlen und weiterentwickeln. Um den Teilnehmern die Integration dauerhaft zu erleichtern, bleibt der Kontakt zu den Flüchtlingen auch nach Beendigung des Praktikums bestehen.

„Schweißen verbindet – auch Menschen“ heißt die Initiative von General Dynamics European Land Systems-Germany, die Flüchtlingen berufliche Chancen eröffnet und gleichzeitig aktiv dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Dafür bietet ihnen das führende Unternehmen für die Bearbeitung und den Schweißzusammenbau von Aluminium-Großbaugruppen die Möglichkeit, an mehrwöchigen Schweißlehrgängen teilzunehmen. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung erhalten sie ein international anerkanntes Schweißzertifikat. Diese langfristig geplante Initiative hat das Ziel, die berufliche, sprachliche und soziale Kompetenz der Neuankömmlinge zu fördern und somit ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Die Lehrgänge verbinden effizient Theorie und Praxis und werden durch ein innovatives E-Learning Tool sowie Sprachkurse ergänzt. Zur optimalen Förderung werden die acht Teilnehmer von zehn Mitarbeitern unterstützt.

Mit dem Ziel Flüchtlinge sowohl beruflich als auch gesellschaftlich zu integrieren hat proLogistik das Integrationsprojekt „proLogistik ist bunt“ ins Leben gerufen. Dabei werden die Teilnehmer im Rahmen eines siebenmonatigen Programms auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Individuelle Sprachförderung durch ausgebildete Deutschlehrer steht ebenso auf dem Lehrplan wie Schulungen in der deutschen Kultur, im Rechts- und Gesundheitssystem sowie projektbezogene Schulungen durch Mitarbeiter. Darüber hinaus bietet das Dortmunder IT-Systemhaus für die Intralogistik den Teilnehmern ein einwöchiges Praktikum im gewünschten Ausbildungsbereich an. Bereits zwei Flüchtlinge konnten dank dieser Initiative 2016 in eine Ausbildung entlassen werden. Die Ausbildungsvorbereitung wird 2017 für eine weitere Gruppe von Zuwanderern erneut angeboten.

Als einer der führenden Nachhilfeanbieter in Deutschland nutzt der Studienkreis sein Netz an Nachhilfelehrern und Filialen, um geflüchtete Kinder schneller in Regelklassen zu integrieren. Dafür setzt das Unternehmen zusätzliche Lehrkräfte in Flüchtlingsklassen ein, in denen die Kinder unterrichtet werden, bis sie in eine Regelklasse versetzt werden können. Sie verstärken die vorhandenen Lehrkräfte, was eine individuellere Förderung ermöglicht. An zwei Kölner Schulen unterreichten die Studienkreis-Lehrer bereits in insgesamt zwölf Klassen zusätzlich für einige Stunden pro Woche. So wurden individuell begleitete Lernprozesse möglich und zahlreiche Schüler konnten zu Beginn des Schuljahres 2016 probeweise in eine Regelklasse versetzt werden. Eine Ausweitung des Projektes zunächst auf München und im Anschluss auf weitere deutsche Städte ist bereits geplant. Außerdem hat der Studienkreis bereits zehn zwölfwöchige Sprachkurse für erwachsene Flüchtlinge durchgeführt. Dieses Projekt läuft in Düsseldorf auch 2017 weiter.

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