Dialog über Integration von Flüchtlingen in Bielefeld fortgesetzt

05. Oktober 2017

Zur siebten Auflage von „Wir zusammen schaffen Zukunft“ kamen am 28. September in der Kocherei in Bielefeld erneut zahlreiche Unternehmen zusammen. Seit dem Frühjahr regt die Veranstaltungsserie von „Wir zusammen“ und dem Handelsblatt in ganz Deutschland den Dialog über die Integration von Flüchtlingen an. In Bielefeld lauschten rund 60 Gäste den Beiträgen von Vertretern aus Politik, Institutionen, Behörden und „Wir zusammen“ Mitgliedsunternehmen, die in Vorträgen und Diskussionsrunden sowie durch Best Practice Beispiele über den aktuellen Stand der Integration von Flüchtlingen informierten. Sie diskutierten die aktuelle Situation und gaben Impulse, wie Unternehmen Zuwanderern den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen können. Rund 760 Unternehmen in bundesweit sieben Städten konnte die Veranstaltungsreihe bisher bereits erreichen.

„Indem sie Flüchtlingen Arbeitsplätze anbieten, geben Unternehmen ihnen nicht nur eine wirtschaftliche Perspektive für ihr Leben in Deutschland, sondern leisten auch einen entscheidenden Beitrag zu ihrer gesellschaftlichen Eingliederung“, erläutert Marlies Peine, Sprecherin von „Wir zusammen“. „Durch diese Dialogreihe haben wir eine neue Plattform für das wichtige Thema ‚Integration in Arbeit‘ geschaffen, bei der wir Rahmenbedingungen und Möglichkeiten unternehmerischen Engagements diskutieren können. So tragen wir den Erfahrungsaustausch auch über unser Netzwerk hinaus.“

Zu den hochkarätigen Rednern gehörten unter anderem Vertreter aus dem „Wir zusammen“ Netzwerk, vom Land NRW, von der Bundesagentur für Arbeit sowie Experten aus Institutionen. Sie alle informierten die Teilnehmer über Möglichkeiten und Voraussetzungen für die Einstellung von Flüchtlingen und zeigten anhand von Best Practice Beispielen, wie Integration in Arbeit gelingen kann. Martina Schlottbom, Head of Strategic HR, bei Fiege betonte, wie wichtig es ist, dabei auch neue Wege zu gehen: „Wir haben das komplette Bewerbungsverfahren umgestellt. Es finden keine Bewerbungsgespräche mehr statt, wie wir sie kennen, sondern Hospitationstage. Wir haben also Flüchtlinge eingeladen und direkt in den Betrieb gebracht. Sie konnten sich die verschiedenen Arbeitsplätze anschauen, hier und da mitarbeiten und im Anschluss haben wir in lockerer Atmosphäre zusammen zu Mittag gegessen. Es geht darum sich einfach kennenzulernen und zu schauen: Passt das zu uns, passt das zu den Vorstellungen die, die Geflüchteten haben?“

Wie gewinnbringend die Einstellung von Flüchtlingen auch für Unternehmen sein kann, erläuterte Sven Busch, Leiter Personal- und Unternehmensentwicklung bei der AOK Baden-Württemberg: „Neben der gesellschaftspolitischen und sozialen Verantwortung für die Integration von Geflüchteten haben wir natürlich auch ein unternehmerisches Interesse. Wir sind ein Unternehmen, das auf Vielfalt in unserer Belegschaft setzt - aktuell sind 42 Nationen bei uns beschäftigt. Wir wollen natürlich möglichst optimal auch kulturell auf diesen Personenkreis vorbereitet sein und aus den Nationen, aus denen die Geflüchteten stammen, hatten wir bislang noch keine Beschäftigten. Die Kollegen/innen helfen sehr, um auch muttersprachlich auf die Versicherten in der Beratung eingehen zu können.“ Und Dr. Susanne Sollner, Head of Innovation Management und Sustainability Management bei Burgbad ergänzt: „Für uns ist die Beschäftigung von Flüchtlingen auch eine gute Möglichkeit, dem demografischen Wandel zu begegnen.“

Dirk Werner, Leiter Kompetenzfeld Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln sieht in der Zusammenarbeit der Unternehmen im „Wir zusammen“ Netzwerk einen wichtigen Fortschritt: „Es gibt qualitativ hochwertige Praktikantenprogramme in großen Unternehmen, deren geflüchteten Teilnehmer danach häufig in kleinere Handwerksbetriebe oder Zulieferer in der Region vermittelt werden. Wenn das Netzwerk so Hand in Hand funktioniert, ist das ein gelungenes Beispiel für die Integration in Partnerschaft.“

Durch den Abend führte Moderator Grischa Brower-Rabinowitsch, Ressortleiter Unternehmen und Märkte beim Handelsblatt. Für die Inspiration zwischendurch sorgte Poetry-Slammerin Dominique Macri mit einem Gedicht, das sie speziell für die Veranstaltung geschrieben hatte. Im Anschluss an den offiziellen Teil nutzten die Teilnehmer intensiv die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Die nächste Veranstaltung findet am 4. Oktober 2017 im Porsche Museum in Stuttgart statt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Sven Busch, Leiter Personal- und Unternehmensentwicklung bei der AOK Baden-Württemberg; Martina Schlottbom, Head of Strategic HR, FIEGE; Dr. Susanne Sollner, Head of Innovation Management / Sustainability Management, burgbad; Marlies Peine, Projektleitung "Wir zusammen"; Dominique Macri, Deutsche Schauspielerin & Lyrikerin, Gewinnerin der Poetry-Slam-Meisterschaft in Dresden 2014; Azubis, thyssenkrupp
Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

Sven Busch, Leiter Personal- und Unternehmensentwicklung bei der AOK Baden-Württemberg; Martina Schlottbom, Head of Strategic HR, FIEGE; Dr. Susanne Sollner, Head of Innovation Management / Sustainability Management, burgbad; Marlies Peine, Projektleitung "Wir zusammen"; Dominique Macri, Deutsche Schauspielerin & Lyrikerin, Gewinnerin der Poetry-Slam-Meisterschaft in Dresden 2014; Azubis, thyssenkrupp
Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

Dr. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

Dr. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

Perspektivenwechsel: Geflüchtete Azubis geben persönliche Eindrücke über ihre Ausbildung bei thyssenkrupp
Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

Perspektivenwechsel: Geflüchtete Azubis geben persönliche Eindrücke über ihre Ausbildung bei thyssenkrupp
Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

Thomas Richter, Geschäftsführer der BA Bielefeld; Dirk Werner, Leiter Kompetenzfeld Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte, Projektleiter Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

Thomas Richter, Geschäftsführer der BA Bielefeld; Dirk Werner, Leiter Kompetenzfeld Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte, Projektleiter Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Abdruck honorarfrei – Beleg erbeten

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