Mit vielfältigen Angeboten Integration fördern

24. Juni 2016

Der Weltflüchtlingstag am 20. Juni und die Veröffentlichung der aktuellen Weltflüchtlingszahlen haben das Thema in dieser Woche noch einmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. 65 Millionen Menschen mussten laut UNHCR weltweit aufgrund von Krieg und Verfolgung ihre Heimat verlassen. So viele wie noch nie zuvor. Während zahlreiche Flüchtlinge noch auf der Suche nach einer sichereren Zukunft unterwegs sind, ist die Integration der bereits angekommenen Zuwanderer in Deutschland in vollem Gange. Das zeigen auch sechs weitere Projekte, mit denen sich Unternehmen im Rahmen von „Wir zusammen“ für die Neuankömmlinge engagieren.

Der freie Bildungsträger Rahn Education erleichtert Kindern von Flüchtlingen den Einstieg in das deutsche Schulsystem. Dazu gehört unter anderem, dass das Unternehmen Kindergarten-, Schul- und Hortplätze zur Verfügung stellt sowie für Schulgelder, Bücher und weitere Materialien aufkommt. An verschiedenen den Standorten des Bildungsträgers in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden bereits Kinder aus Afghanistan, dem Irak und Syrien in Kitas, Grund- und Oberschulen aufgenommen. Darüber hinaus bietet Rahn Education in vielen seiner Bildungseinrichtungen neben Integrationskursen zum Spracherwerb zusätzlichen Nachhilfeunterricht sowie Kultur- und Sportprogramme für die Schutzsuchenden an. Da sich zahlreiche Lehrkräfte ehrenamtlich engagieren, sind diese Angebote kostenfrei.

Mit Fußball-Trainings sorgt der 1. FC Köln dafür, dass einheimische und neu hinzugekommene Kinder und Jugendliche sich kennenlernen. Seit Herbst 2015 kicken jede Woche Acht- bis 14-Jährige aus der Flüchtlingsunterkunft Neusser Straße gemeinsam mit Gleichgesinnten des CfB Ford-Niehl, einem Partnerverein des 1. FC Köln. Zudem lud der Verein mehr als 1.000 Flüchtlinge zu den Heimspielen gegen den FC Ingolstadt, Hertha BSC und den SV Darmstadt 98 ins RheinEnergieSTADION ein. Darüber hinaus unterstützt der 1. FC Köln die Zuwanderer durch Sachspenden.

Auf Weiterbildung im IT-Bereich zielt die Patenschaft der GFN AG ab. Geflüchtete Menschen, die in ihrem Herkunftsland bereits grundlegende IT-Kenntnisse erworben haben, können sich hier gratis beispielsweise zum „Microsoft Certified Solutions Associate (MCSA)“, zum „Microsoft Certified Solutions Expert (MCSE)“ oder weiteren Berufen mit anerkannten Zertifikaten fortbilden. Der erste Flüchtling aus dem Senegal nimmt bereits im Münchner Trainingscenter des Bildungsanbieters an einer entsprechenden Maßnahme teil. Dabei wird er von den Trainern und weiteren Mitarbeitern tatkräftig unterstützt. Kontakte zu Industrieunternehmen sollen zudem dabei helfen, den frischgebackenen IT-Fachleuten einen Arbeitsplatz zu vermitteln. Die Aufnahme weiterer Flüchtlinge ist geplant.

Mit Praktika mit der Aussicht auf Festanstellung engagiert sich die Biebertaler Blutegelzucht für die Integration von Flüchtlingen. Bei dem Hersteller von lebenden Blutegeln für medizinische Therapien können sie je nach Qualifikation und bereits vorhandenen Sprachkenntnissen in den Bereichen Handwerk oder Verwaltung eingesetzt werden. Ein Somalier gehört bereits seit sechs Monaten als festangestellter Arbeitnehmer zum Team. Ein Flüchtling aus Eritrea absolviert aktuell ein Praktikum, ebenfalls mit der Option auf Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis. Die Mitarbeiter des Unternehmens unterstützen die neuen Kollegen nicht nur dabei, die für ihren Arbeitsbereich notwendigen beruflichen Fähigkeiten zu erlernen, sondern auch ihre Sprachkenntnisse durch die tägliche Kommunikation zu verbessern. Weitere Praktikantenstellen sollen in Zukunft angeboten werden.

In der Kulturküche stehen seit vielen Jahren Menschen verschiedener Herkunft gemeinsam am Herd, um Schulen und Kindertagesstätten mit Gerichten aus aller Herren Länder zu verpflegen. Das rund 70-köpfige Team aus 14 Nationen wird seit einiger Zeit durch vier Flüchtlinge als festangestellte Mitarbeiter ergänzt. Hinzu kommen fortlaufend bereits anerkannte Flüchtlinge, die hier erste Schritte in der deutschen Berufswelt machen können. Bevor neue Mitarbeiter an einem der sechs Standorte in und um Augsburg starten, erhalten sie in der Lehrküche des Unternehmens eine Einweisung durch eine Hauswirtschaftsmeisterin. Neben der beruflichen Perspektive verbessern die Flüchtlinge durch die Zusammenarbeit mit Menschen aus Deutschland und anderen Nationen tagtäglich ihre Deutschkenntnisse. Die Ausweitung des Projektes auf weitere Standorte und auch auf andere Betätigungsfelder, wie die Errichtung eines multikulturellen Zentrums, ist bereits geplant. Darüber hinaus ist durch dieses Projekt ein Netzwerk für gegenseitige Hilfen in allen Lebenslagen, wie Kinderbetreuung oder Wohnungssuche, entstanden.

Mit verschiedenen Projekten engagiert sich Vaude gemeinsam mit seinen Mitarbeitern für die Integration von Flüchtlingen sowohl in die Arbeitswelt als auch in die Gesellschaft. So bietet der Hersteller von Outdoor-Artikeln Zuwanderern eine berufliche Perspektive, indem er Arbeitsplätze zur Verfügung stellt. Ein Flüchtling wurde bereits festeingestellt, mehrere Praktikanten sammeln aktuell Erfahrungen im Produktservice und der Instandhaltung. Die Möglichkeit weitere Bewerber anzustellen, prüft das Unternehmen derzeit in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Darüber hinaus fertigen Flüchtlinge gemeinsam mit Vaude-Mitarbeitern im Herstellungsbetrieb in Tettnang nachhaltige Taschen aus Stanzresten. An einem Tag der offenen Tür speziell für Flüchtlinge können sie sich zudem über Arbeitsbereiche und Stellen bei Vaude informieren, an Bewerbungstrainings teilnehmen sowie den Arbeitsalltag kennenlernen. Die persönliche Interaktion steht im Fokus von Projekten, die Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen ins Leben gerufen haben. So können die Neuankömmlinge bei vielfältigen Sportkursen mitmachen, die im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bei Vaude angeboten werden.

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