Netzwerk erhält fünffache Verstärkung

09. Dezember 2016

Im Dezember erhielt „Wir zusammen“ erneut Zuwachs. Mit dechant Hoch- und Ingenieurbau, Autohaus Golbeck, Reko, Syrvive und LinguaTV engagieren sich fünf weitere Unternehmen für die Integration von Flüchtlingen. Ihre Initiativen setzen vor allem auf Qualifizierung und Ausbildung und verschaffen den Teilnehmern so nachhaltige Perspektiven auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Mit Praktikums- und Ausbildungsplätzen verhilft dechant Hoch- und Ingenieurbau jungen Flüchtlingen zu einem Einstieg in die Baubranche. Dafür hat der Mittelständler die Initiative „dechant ohne Grenzen“ ins Leben gerufen. Über Praktika können die jungen Menschen dabei zunächst einen Einblick in den Arbeitsalltag bekommen. Anschließend besteht die Möglichkeit, als Auszubildender im Unternehmen zu bleiben. In den vergangenen Jahren haben bereits zehn Flüchtlinge ein solches Betriebspraktikum absolviert, fünf von ihnen haben sich im Anschluss für eine Ausbildung bei dechant entschieden. Intensiv betreut werden sie dabei von Mitarbeitern, die in engem Kontakt mit den neuen Kollegen stehen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen den Azubis regelmäßig Förderunterricht an. In Kooperation mit regionalen Wirtschafts-, Schul- und Kommunalverbänden plant dechant zudem künftig noch mehr Flüchtlinge zu unterstützen.

Eine berufliche Perspektive als KFZ-Mechatroniker bietet das Autohaus Golbeck in Berlin. Seit November 2015 absolviert Prince O. dort seine Ausbildung. Der 33-jährige Nigerianer, hat durch das Integrationsprojekt eine Stelle in seinem Traumberuf gefunden und das Autohaus Golbeck in Zeiten des Nachwuchsmangels einen hochmotivierten Mitarbeiter. Mit seiner Initiative hat sich der Fachbetrieb, der rund 20 Mitarbeiter beschäftigt, dem Förderprogramm „Arrived“ angeschlossen, einem Programm der Handwerkskammer Berlin und der Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (BGZ). Es bereitet Flüchtlinge auf eine betriebliche Ausbildung im Handwerk vor und begleitet sie auch während ihrer Ausbildungszeit.

Wie aus einem Praktikum für einen Flüchtling eine Festanstellung werden kann, zeigt das Beispiel von Reko. Firas J. aus Syrien absolvierte zunächst parallel zu seinem Sprachkurs ein dreimonatiges Berufsorientierungspraktikum bei dem Hersteller von automatischen Türöffnungsanlagen. Da er mit großem Engagement überzeugte, wurde er anschließend als Aushilfe übernommen, bis er seinen Deutschkurs, den er an vier Tagen pro Woche besucht, abgeschlossen hat. Danach wird er zunächst als Vollzeitkraft in Lager, Werkstatt und Montage weiter bei Reko arbeiten, bis er dann im August 2017 seine Ausbildung zum Metallbauer im Unternehmen beginnt. Um seinen Einsatz für die Integration weiter auszuweiten, bereitet Reko zudem die Einstellung eines weiteren Flüchtlings als Servicetechniker vor.

Als Nischenspezialist konzentriert sich das Personalunternehmen Syrvive auf die Integration syrisch-stämmiger geflüchteter Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt. Dabei stellt sich der Dienstleister individuell auf die Bewerber ein und betreut sie intensiv. Zum Programm gehören beispielsweise kostenlose Kurse, die die Arbeitssuchenden auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereiten. Dazu gehört das Erstellen von Lebensläufen ebenso wie das Trainieren von Bewerbungsgesprächen. Bei konkreten Personalanfragen durch Partnerunternehmen erhalten die Kandidaten zudem eine individuelle Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch. Nach erfolgreicher Vermittlung bleibt Syrvive weiterhin Ansprechpartner sowohl für den Arbeitgeber und als auch für den vermittelten Flüchtling.

Im Mittelpunkt des Engagements von LinguaTV steht die sprachliche Qualifizierung von Flüchtlingen. Schnell, effektiv und kostenfrei können sie mit den digitalen Kursen des Anbieters Deutsch lernen. Seit Herbst 2015 haben bereits über 35.000 Flüchtlinge von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Der besondere Vorteil der online- und mobil-verfügbaren Kurse: Sie können sofort genutzt werden, während für einen Platz in einer Sprachschule häufig lange Wartezeiten bestehen. Zudem bietet das Unternehmen Praktikums- und Arbeitsplätze für Flüchtlinge an. Zehn Zuwanderer haben auf diese Weise schon die Möglichkeit erhalten, Erfahrungen zu sammeln und sich einzubringen. Ein Einsatzgebiet ist dabei der Kundensupport, wo die neuen Teammitglieder anderen Flüchtlingen in der jeweiligen Landessprache bei Problemen mit den digitalen Kursen weiterhelfen können. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an der Ausweitung seiner mobilen Angebote beispielsweise um weitere Muttersprachen oder spezielle Tutorials mit Lerntipps für weniger erfahrene Lernende und Lektionen über das Leben in Deutschland dem Programm hinzuzufügen.

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