Mahmoud S. kann bei Viessmann an seine berufliche Laufbahn anknüpfen

Als Mahmoud S. am 1. September 2015 zum ersten Mal deutschen Boden betrat, hatte er einen langen Weg hinter sich. 2014 verließ der Syrer seine Heimatstadt Aleppo, in der er Wirtschaftswissenschaften studierte und bereits als Java-Programmierer selbständig war. Gemeinsam mit seiner Familie suchte er zunächst Zuflucht in der Türkei. Doch dort sah er für sich keine Zukunft. Also wagte er zusammen mit einigen Familienmitgliedern die gefährliche Fahrt in einem Schlauchboot über das Mittelmeer.  

Seine Odyssee führte ihn von Griechenland über Serbien und Ungarn bis in die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen. „Das war alles nicht geplant“, berichtet der 35-Jährige. „Uns war es gleich, ob wir nach Deutschland, nach Holland oder Schweden kommen. Man versucht einfach, einen Weg zu finden.“ Schon kurz danach kam er mit Viessmann, seinem heutigen Arbeitgeber, in Kontakt. Dort erhielt er die Chance gemeinsam mit 15 weiteren Geflüchteten an einem Integrationsprogramm teilzunehmen, das aus Hospitation, Deutschkurs und praktischer Qualifizierung bestand.  

Die meisten Teilnehmer absolvierten den Kurs zur Vorbereitung auf den Einsatz in der Produktion. „Uns war schnell klar, dass das für Herrn S. nicht in Frage kommt, da er ja über berufliche Vorkenntnisse verfügte“, sagt Ausbildungsleiter Georg Glade. Und so arbeitete Mahmoud S. bei Viessmann zunächst als Java-Entwickler und startete dann im September 2016 mit der Ausbildung zum Fachinformatiker.  

„Am Anfang war es noch schwierig“, berichtet er. „In der Berufsschule hieß es: Wir schreiben nächste Woche eine Klausur. Und weil ich nicht verstanden habe, dass das ein Test ist, gab es natürlich eine schlechte Note.“ Inzwischen sind nicht nur seine Deutschkenntnisse, sondern auch seine Ergebnisse deutlich besser geworden. Dennoch ist die Ausbildung ein hartes Stück Arbeit für den Syrer. Jedes Wochenende ist „Büffeln“ angesagt. Was ihm diese Herausforderung erleichtert, ist das familiäre Arbeitsklima in seinem Team. „Ich fühle mich hier richtig wohl“, sagt Mahmoud S. und lächelt.

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