Chancen geben und Chancen nutzen im Familienunternehmen

Durch Beschäftigung von jungen mittelhessischen Zufluchtsuchenden in Praktika und Ausbildung will Weber deren Chancen erhöhen für ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland.

Das Familienunternehmen Weber Kunststofftechnik + Formenbau im mittelhessischen Dillenburg – Automobilzulieferer mit weltweit 1400 Mitarbeitern, davon 700 in Dillenburg – übernimmt mit seiner Patenschaft eine proaktive Rolle innerhalb der Region zur Integration von zufluchtsuchenden jungen Menschen. Nachdem 2015 zunächst zwei Flüchtlingsinitiativen mit Sachspenden unterstützt wurden, unternahm man im Anschluss Schritte zur gesellschaftlichen und beruflichen Integration von zufluchtsuchenden Menschen.  

Um nachhaltig die Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft zu ermöglichen, ist es unerlässlich, diese jungen Menschen in Arbeit zu bringen, damit sie sich künftig selbstständig ihren Lebensunterhalt verdienen und dabei gleichzeitig ein soziales Netzwerk aufbauen können. Die Vorstufe ist, sie in unser berufliches Bildungssystem aufzunehmen.  

Seither haben vielerlei junge Menschen die Chance genutzt, den mittelständischen Automobilzulieferer in Betriebsbesichtigungen und mittels Praktika kennenzulernen. Die Interessenten kommen sowohl von den lokalen Mittelstufenschulen als auch aus dem InteA-Programm der Gewerblichen Schule Dillenburg, in deren Programm nicht nur der rein schulische Sprachenunterricht im Fokus steht, sondern ebenso Praktika.  

Durch die zahlreichen positiven Erfahrungen mit den jungen Immigranten bestärkt traf Weber den Entschluss, neben den regulären Ausbildungsplätzen gezielt zusätzliche gewerbliche Ausbildungsplätze zu schaffen. So begannen 2016 zwei Flüchtlinge ihre Ausbildung, in 2017 folgte ein weiterer. Für Jasmin Dürl, Fachreferentin Aus- und Weiterbildung bei Weber, war dies eine sehr gute Entscheidung: „Unsere ausländischen Auszubildenden kommen überraschend gut mit den Anforderungen der Ausbildung zurecht, und es ist schön zu sehen, wie sehr sie sich in kürzester Zeit auch sprachlich und schriftlich verbessern konnten. Inzwischen gibt es sogar schon Abteilungen, die die Azubis nach ihrer Ausbildung fest übernehmen möchten.“

Um den jungen Immigranten vor allem das Lernen der schulischen Inhalte zu erleichtern, erhalten diese bei Weber eine spezielle ausbildungsbegleitende Unterstützung in Form von hausinterner Nachhilfe. „Was mich aber am meisten begeistert, ist zu sehen, wie sehr sich unsere Auszubildenden untereinander helfen“ freut sich Dürl. „Sobald jemand ein Problem oder eine Frage hat, wird ihm direkt unter die Arme gegriffen. Von Beginn an sind die drei Auszubildenden ein fester Bestandteil des Azubi-Teams.“

Dr. Thomas Zipp - Geschäftsführender Gesellschafter, Weber GmbH & Co. KG
„Chancen geben und Chancen nutzen im Familienunternehmen: Wir packen´s an, und schaffen Lernplätze für die Flüchtenden.“

Dr. Thomas Zipp
Geschäftsführender Gesellschafter, Weber GmbH & Co. KG

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