Großraum München

Hussein & Friends – Integration durch Technik und Spaß

Mit dem Pilotprojekt „Hussein & Friends“ will die ITQ GmbH die Integration junger Flüchtlinge schneller vorantreiben. Beispielhaft soll gezeigt werden, wie ein Einstieg in Bildung, Ausbildung und somit die Integration in den Arbeitsmarkt von statten gehen kann.

Hussein Abdelgani (18) ist einer der vielen unbegleiteten Jugendlichen, die aus Syrien und anderen Krisenregionen dieser Welt zu uns gekommen sind. Hussein und viele seiner Freunde möchten in Deutschland eine Ausbildung machen und sind wie er sehr lernbegierig. Die Eingliederung der jungen Menschen in unser deutsches Schul- und Ausbildungssystem ist aber nicht immer einfach, da es viele bürokratische Hürden gibt. Mit dem Integrationsprojekt „Hussein & Friends“ soll aber nicht nur die Integration der Flüchtlinge vorangetrieben, sondern gleichzeitig auch Unternehmen geholfen werden, die nach Auszubildenden suchen. Besonders großer Mangel herrscht lt. IHK in technischen Berufen wie Mechatronik und Automatisierungstechnik. Konkret sollen die jungen Flüchtlinge zu technischen „Coaches“ qualifiziert werden. Dazu verwenden wir initial technische Spielzeuge wie das LEGO WeDo Robotics-Kit für Einsteiger oder das Robotik-System LEGO Mindstorms für Fortgeschrittene. Aufbauend darauf sollen weiterführende Kurse in Mechatronik und Automatisierungstechnik durchgeführt werden.

Update zum Engagement

Auf der Fachmesse für Automatisierung AUTOMATICA in München vom 21.-24. Juni 2016 präsentierte ITQ erstmals die „Integration Islands“, deren Fokus auf der Ausbildung und Integration von Flüchtlingen liegt. Dort konnten junge Flüchtlinge und Schüler an betreuten Lernstationen spielerisch Technik entdecken. Mit großer Begeisterung nutzten die 23 angemeldeten Institutionen, darunter Flüchtlingsgruppen, Berufsintegrationsklassen, Wohngruppen und Integrationsinitiativen, das Angebot der Integration Islands. Die Rückmeldungen zu diesem erstmaligen Projekt waren sehr positiv und wir konnten viele junge Flüchtlinge für Technik begeistern. Viele der Besucher interessierten sich für ein Praktikum bei ITQ und wir konnten seitdem kontinuierlich Flüchtlinge, unter anderem aus Syrien, Somalia und Eritrea, als Praktikanten im Unternehmen begrüßen. In den ein- oder mehrwöchigen Praktika bekommen die Jugendlichen wertvolle Einblicke in die Unternehmensabläufe und sammeln erste Erfahrungen im Programmieren und verschiedenen Projekten und Workshops.

Ab September 2016 beginnen drei junge Leute - Hussein (18 Jahre, aus Syrien) und Reza (22 Jahre, aus Afghanistan) gemeinsam mit Manuel (22 Jahre, aus München) - bei ITQ ihre Ausbildung zum Fachinformatiker. Hussein und Reza sind seit ca. 1,5 Jahren in Deutschland und haben gerade den qualifizierten Hauptschulabschluss absolviert. Beide haben bei ITQ ein Praktikum gemacht und wurden von Manuel, der seit einigen Jahren für unsere Stiftung tätig ist, zu Technik-Coaches ausgebildet. Seitdem haben die drei gemeinsam mehrere Projekte und Workshops mit Kindern an Schulen durchgeführt.

Um möglichst schnell viele weitere jugendliche Flüchtlinge zu erreichen, sollen Hussein, Reza und andere Flüchtlinge, die schon im Rahmen eines Praktikums zu Technik-Coaches ausgebildet wurden, in Wohnheime und Unterkünfte gehen. So sollen quasi im „Schneeball“-Effekt weitere „Technik-Freunde“ begeistert werden. Technikbegeisterte, lernbegierige Flüchtlinge können somit in Zukunft die Lücke an Auszubildenden in technischen Berufen in Deutschland verkleinern und so einen nachhaltigen Beitrag für die Nachwuchssicherung der Unternehmen leisten.

„In Deutschland gibt es einen großen Bedarf an technischen Nachwuchs/Fachkräften. Viele der Geflüchteten sind jung und hochmotiviert zu lernen. Unsere Erfahrungen mit Geflüchteten sind sehr positiv und wir wollen mit unserem Pilotprojekt aufzeigen, wie man das Problem der Integration und des Nachwuchsmangels gleichzeitig löst.“
Dr.-Ing. Rainer Stetter Geschäftsführer, ITQ GmbH
Unser Patenschaftsversprechen (PDF, 0,7MB)